ChatGPT Ads: So funktioniert Werbung in ChatGPT und warum Unternehmen jetzt handeln sollten

Google Ads, Meta Ads, Retail Media und jetzt ChatGPT Ads: Mit Werbung innerhalb von ChatGPT entsteht 2026 ein neuer relevanter Performance-Marketing-Kanal.

Laura Dominguez, CEO & Co-Founder LDMM Agency

9/4/20267 min lesen

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Besonders interessant ist nicht nur die enorme Reichweite von ChatGPT. Entscheidend ist der Moment, in dem Werbung ausgespielt wird. Nutzer:innen öffnen ChatGPT häufig mit einer konkreten Absicht. Sie suchen ein Produkt, vergleichen Anbieter, planen eine Reise, informieren sich über Software oder wollen eine Kaufentscheidung treffen.

Genau in diesen Situationen können Unternehmen mit ChatGPT Ads sichtbar werden.

Was sind ChatGPT Ads?

ChatGPT Ads sind bezahlte Werbeanzeigen, die innerhalb von ChatGPT passend zum Kontext einer Unterhaltung ausgespielt werden können.

Die Anzeigen erscheinen unterhalb einer ChatGPT-Antwort und sind klar als Werbung gekennzeichnet. Eine Anzeige kann unter anderem den Namen des Unternehmens, Logo, Headline, Beschreibung, Landingpage und Bildmaterial enthalten.

Wichtig dabei ist dabei, dass die Anzeige von der eigentlichen ChatGPT-Antwort getrennt ist. Werbetreibende können weder Antworten kaufen noch beeinflussen.

Für Unternehmen bedeutet das eine klare Trennung zwischen zwei Themen:

GEO und organische AI Visibility beschäftigen sich damit, ob Marken und Inhalte von KI-Systemen gefunden, verstanden und möglicherweise in Antworten berücksichtigt werden.

ChatGPT Ads ermöglichen zusätzliche bezahlte Sichtbarkeit neben diesen Antworten.

Langfristig dürfte deshalb eine Strategie besonders interessant werden, die beide Bereiche miteinander verbindet.

ChatGPT Ads Deutschland: Seit wann kann man Werbung in ChatGPT schalten?

OpenAI startete die ersten ChatGPT-Ads-Tests im Februar 2026 in den USA. Danach wurde das Angebot Schritt für Schritt auf weitere Märkte ausgeweitet.

Im August 2026 folgte die bislang größte Expansion: ChatGPT Ads wurden auf 31 europäische Märkte ausgeweitet. Seit dem 31. August 2026 steht dort auch der Self-Service Ads Manager zur Verfügung.

Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien gehören zu diesen Märkten.

Damit können Unternehmen erstmals ähnlich wie bei anderen Paid-Media-Plattformen eigenständig Kampagnen aufsetzen, Budgets definieren, Anzeigen erstellen und Ergebnisse analysieren.

Wie funktioniert das Targeting bei ChatGPT Ads?

Hier liegt einer der größten Unterschiede zu klassischen Google Ads.

Wer bei Google beispielsweise nach „Laufschuhe Damen“ sucht, liefert der Suchmaschine ein relativ klares Keyword.

Eine ChatGPT-Unterhaltung könnte dagegen so aussehen:

„Ich suche bequeme Laufschuhe für meine ersten 10 Kilometer. Ich laufe hauptsächlich auf Asphalt, habe eher breite Füße und möchte maximal 150 Euro ausgeben.“

Die kommerzielle Absicht ist ähnlich. Der Kontext ist aber erheblich umfangreicher.

ChatGPT Ads können mehrere Signale für die Auswahl relevanter Werbung berücksichtigen. Dazu gehören unter anderem der Kontext und die Absicht der aktuellen Unterhaltung, die Landingpage des Werbetreibenden, Titel und Text der Anzeige sowie sogenannte Kontexthinweise des Werbetreibenden. Wenn Anzeigenpersonalisierung aktiviert ist, können zusätzlich ausgewählte Signale aus der weiteren ChatGPT-Nutzung einfließen.

Keywords verlieren bei ChatGPT Ads ihre klassische Bedeutung

Unternehmen können OpenAI weiterhin Hinweise zu relevanten Themen, Unterhaltungen und Keywords geben.

Diese funktionieren allerdings nicht wie klassische Exact-Match-Keywords bei Google Ads.

OpenAI bezeichnet sie als Kontexthinweise. Sie helfen dem System zu verstehen, wann ein Produkt oder eine Dienstleistung relevant sein könnte, garantieren aber keine Auslieferung bei einem bestimmten Suchbegriff.

Das verändert die Kampagnenstrategie.

Statt nur Keywordlisten zu bauen, müssen Unternehmen stärker verstehen:

  • Welche Probleme haben unsere Kund:innen?

  • Wie beschreiben sie ihre Situation?

  • Welche Kriterien nennen sie vor einer Kaufentscheidung?

  • Welche Fragen stellen sie während ihrer Customer Journey?

  • Welche Use Cases passen zu unserem Produkt?

  • Und welche Argumente sind in diesem konkreten Kontext wirklich relevant?


Genau hier treffen ChatGPT Ads, Customer-Journey-Analyse und GEO aufeinander.

ChatGPT Ads vs. Google Ads: Was ist der Unterschied?

Google Ads basieren stark auf Suchanfragen und Keywords. ChatGPT Ads bewegen sich stärker in Richtung Intent Advertising.

Ein Nutzer sucht nicht zwangsläufig nach einem Produktnamen. Er beschreibt möglicherweise zuerst sein Problem.

Beispielsweise:

„Welches CRM eignet sich für ein Unternehmen mit 30 Mitarbeitenden und einem kleinen Vertriebsteam?“

„Welche Matratze ist sinnvoll, wenn zwei Personen unterschiedlich schwer sind?“

„Ich brauche ein Geschenk für jemanden, der gerne kocht, aber eigentlich schon alles hat.“

„Welche französische Hautpflege eignet sich für empfindliche Haut?“

Für Marken entstehen dadurch neue Touchpoints, teilweise deutlich früher in der Entscheidungsphase als bei einer klassischen Produktsuche.

Das bedeutet allerdings auch, dass eine simple Übertragung bestehender Google-Ads-Texte auf ChatGPT häufig nicht die beste Strategie sein dürfte.

OpenAI empfiehlt für ChatGPT Ads ausdrücklich klare, konkrete und nutzenorientierte Botschaften. Gleichzeitig sollten verschiedene Anzeigenvarianten unterschiedliche Argumente und Use Cases abdecken, damit das System mehr relevante Situationen erkennen kann.

Was kosten ChatGPT Ads?

ChatGPT Ads unterstützen aktuell unterschiedliche Abrechnungsmodelle.

Unternehmen können unter anderem Kampagnen auf CPM-Basis, also Kosten pro 1.000 Impressionen, oder CPC-Basis, also Kosten pro Klick, ausspielen.

Im OpenAI Ads Manager wird auf Anzeigengruppenebene ein maximales Gebot festgelegt. Für CPC-Kampagnen nennt OpenAI aktuell ein Startgebot von etwa 3 bis 5 US-Dollar pro Klick als Orientierung. Der tatsächlich relevante Wert hängt jedoch von Markt, Zielgruppe, Wettbewerb und Kampagnenziel ab.

Inzwischen unterstützt OpenAI außerdem Conversion-Optimierung sowie Geo-Targeting und Custom Audiences.

ChatGPT Ads entwickeln sich damit zunehmend von einem experimentellen Werbeformat zu einer klassischen Performance-Marketing-Plattform.

Wie werden ChatGPT Ads gemessen?

Im OpenAI Ads Manager stehen bereits zentrale Performance-Kennzahlen zur Verfügung.

Dazu gehören unter anderem Impressionen, Klicks, CTR, durchschnittlicher CPC, durchschnittlicher CPM, Werbeausgaben und Conversions.

Zusätzlich können Unternehmen UTM-Parameter verwenden und ChatGPT-Traffic dadurch in bestehenden Analytics-Systemen separat analysieren. OpenAI hat die Messmöglichkeiten außerdem um den OpenAI Pixel, eine Conversions API und Integrationen mit Drittanbietern erweitert.

Für Unternehmen sollte deshalb von Anfang an ein sauberes Measurement-Konzept stehen.

Nur Klicks zu betrachten reicht nicht.

Entscheidend sind z.B. Conversion Rate, Cost per Acquisition, Umsatz, ROAS oder POAS, Neukundenanteil sowie die Frage, an welcher Stelle der Customer Journey ChatGPT tatsächlich einen Beitrag zur Conversion geleistet hat.

Warum Landingpages für ChatGPT Ads besonders wichtig werden

Ein häufig unterschätzter Punkt bei ChatGPT Ads ist die Landingpage.

OpenAI berücksichtigt nicht nur die Anzeige selbst, sondern auch Informationen der Zielseite bei der Auslieferung. Gleichzeitig empfiehlt OpenAI, Nutzer:innen möglichst direkt auf relevante Produkt-, Kategorie- oder Content-Seiten zu schicken, statt grundsätzlich auf die Homepage.

Das bedeutet:

Eine gute ChatGPT-Ads-Strategie beginnt nicht im Ads Manager.

Produktinformationen, Seitentexte, Benefits, Use Cases, technische Zugänglichkeit und Conversion-Optimierung müssen ebenfalls stimmen.

Und genau deshalb überschneiden sich Paid Advertising, SEO, GEO und CRO bei ChatGPT deutlich stärker, als viele Unternehmen aktuell vermuten.

GEO und ChatGPT Ads: Warum Unternehmen beide Bereiche gemeinsam denken sollten

Die Einführung von ChatGPT Ads macht GEO nicht weniger relevant. Im Gegenteil, denn Unternehmen können innerhalb einer ChatGPT-Unterhaltung künftig auf zwei unterschiedlichen Ebenen sichtbar werden:

organisch über Inhalte und Markeninformationen, die AI-Systeme verstehen und als relevant einstufen, und bezahlt über ChatGPT Ads.

Eine starke Strategie sollte deshalb nicht nur fragen

„Auf welche Keywords wollen wir bieten?“

sondern

„Bei welchen Fragen, Problemen und Entscheidungssituationen unserer Zielgruppe wollen wir sichtbar sein?“

Dafür müssen Unternehmen ihre Produktdaten, Landingpages und Inhalte so strukturieren, dass sowohl Menschen als auch AI-Systeme schnell verstehen können:

  • Was bietet das Unternehmen?

  • Für wen ist das Angebot gedacht?

  • Welches Problem löst es?

  • Welche Vorteile gibt es?

  • In welchen Situationen ist das Produkt besonders relevant?

  • Welche Unterschiede gibt es zu Alternativen?


Diese Informationen helfen nicht nur bei GEO und SEO. Sie liefern gleichzeitig die Grundlage für deutlich bessere ChatGPT-Ads-Kampagnen.

ChatGPT Ads für internationale Märkte: Übersetzen reicht nicht

Besonders spannend wird ChatGPT Advertising für international tätige Unternehmen.

Ein Intent kann sich nämlich zwischen Märkten erheblich unterscheiden.

Kund:innen in Deutschland beschreiben Probleme anders als Nutzer:innen in Frankreich, Spanien oder Italien. Kaufargumente, Preiswahrnehmung, Markenvertrauen und relevante Produktmerkmale unterscheiden sich ebenfalls.

Deshalb sollte ein deutscher ChatGPT-Ad-Ansatz nicht einfach übersetzt und anschließend in Frankreich ausgespielt werden.

Kontexthinweise, Creatives, Landingpages, Produktargumentation und Anzeigenvarianten sollten lokalisiert werden.

Hier entsteht einer der größten Vorteile von AI Advertising, gleichzeitig aber auch eine neue Herausforderung für internationale E-Commerce-Unternehmen.

Wie LDMM Agency Unternehmen bei ChatGPT Ads unterstützen kann

LDMM Agency verbindet Performance Marketing, E-Commerce, SEO, GEO, Content und internationale Lokalisierung.

Gerade bei ChatGPT Ads ist diese Kombination relevant, weil die Optimierung nicht bei einem CPC-Gebot oder einer Anzeigenheadline endet.

Wir unterstützen Unternehmen beispielsweise bei der Entwicklung einer ChatGPT-Ads-Strategie, der Analyse relevanter Customer Intents und Use Cases, dem Aufbau von Kontexthinweisen, der Erstellung und Lokalisierung von Anzeigenvarianten sowie der Optimierung der dazugehörigen Landingpages.

Dabei betrachten wir Paid und Organic nicht isoliert.

Wir analysieren, welche Fragen potenzielle Kund:innen stellen, welche Informationen AI-Systeme benötigen, welche Inhalte auf der Website fehlen und wie sich SEO, GEO und ChatGPT Ads sinnvoll miteinander verbinden lassen.

Für international agierende E-Commerce-Brands kommt die lokale Perspektive hinzu. Kampagnen und Landingpages können nicht nur übersetzt, sondern für die jeweiligen Märkte angepasst werden.

Das Ziel ist nicht einfach, möglichst früh auf einem neuen Werbekanal vertreten zu sein.

Das Ziel ist, dort sichtbar zu werden, wo konkrete Kaufentscheidungen entstehen.

Lohnt es sich, ChatGPT Ads jetzt zu testen?

Für viele Unternehmen lautet die Antort: ja.

Nicht zwingend mit großen Budgets und nicht ohne klare Messstrategie. Aber mit einem strukturierten Test.

ChatGPT Ads befinden sich noch in einer vergleichsweise frühen Entwicklungsphase. Gleichzeitig baut OpenAI die Plattform schnell aus. Innerhalb weniger Monate kamen unter anderem CPC-Kampagnen, Conversion-Optimierung, Geo-Targeting, Custom Audiences und umfangreichere Measurement-Lösungen hinzu.

Wer jetzt testet, kann früh lernen:

  • Welche Intents funktionieren?

  • Welche Produkte werden über ChatGPT entdeckt?

  • Welche Botschaften erzeugen Klicks?

  • Welche Landingpages konvertieren?

  • Und wie unterscheidet sich ChatGPT-Traffic von Google, Meta oder anderen Kanälen?


Diese Learnings könnten deutlich wertvoller werden als die ersten Kampagnenumsätze selbst.

Denn ChatGPT Ads zeigen schon heute, wohin sich digitales Marketing bewegt, weg von isolierten Keywords und stärker hin zu Kontext, Intent und konkreten Entscheidungssituationen.

Fazit: ChatGPT Ads verändern nicht nur Paid Media

ChatGPT Ads sind mehr als ein zusätzlicher Platz für Werbeanzeigen.

Sie zeigen einen grundlegenden Wandel im digitalen Marketing.

Menschen formulieren immer häufiger vollständige Probleme statt einzelner Suchbegriffe. Sie lassen sich beraten, vergleichen Optionen und treffen Entscheidungen innerhalb einer Unterhaltung.

Unternehmen müssen deshalb lernen, diese Intents zu verstehen und ihre Inhalte, Produktdaten, Landingpages und Werbebotschaften darauf auszurichten.

SEO, GEO und Paid Media wachsen damit immer stärker zusammen.

Wer ChatGPT Ads lediglich wie eine weitere Google-Ads-Kampagne behandelt, dürfte einen großen Teil des Potenzials verschenken.

Wer dagegen versteht, in welchen Situationen die eigene Marke für Kund:innen wirklich relevant ist, hat die Chance, sehr früh einen neuen Performance-Kanal für sich zu erschließen.

LDMM Agency unterstützt Unternehmen dabei, diese neuen Touchpoints strategisch aufzubauen, von GEO und Content über Landingpages bis hin zu internationalen AI-Advertising-Kampagnen.

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