Internationaler Checkout und Zahlarten: Wo Deine Expansion Geld gewinnt oder verliert
10 % der Kaufabbrüche gehen auf fehlende Zahlarten zurück, 21 % auf langsame Lieferung. Zahlen und Länder-Besonderheiten für Deinen internationalen Checkout.
Laura Dominguez, co-founder LDMM Agency
7/27/20262 min lesen
Wenn eine Expansion hinter den Erwartungen zurückbleibt, werden die Gründe meist zuerst im Marketing gesucht: falsches Targeting, unpassende Creatives oder der falsche Kanal.
Nach unserer Erfahrung liegt eine der teuersten Schwachstellen internationaler Expansionen jedoch deutlich weiter unten im Funnel: im Checkout.
Warenkorbabbruch-Zahlen, die Du kennen solltest
Das Baymard Institute beziffert die durchschnittliche dokumentierte Warenkorbabbruchquote im E-Commerce auf rund 70 %.
Unter den beeinflussbaren Abbruchgründen sind zwei im internationalen Kontext besonders relevant: 10 % der befragten US-Onlinekäufer:innen gaben an, einen Checkout abgebrochen zu haben, weil nicht genügend Zahlungsarten angeboten wurden. 21 % empfanden die Lieferung als zu langsam.
Diese Prozentwerte wirken zunächst moderat. Ihre wirtschaftliche Bedeutung zeigt sich jedoch, sobald Du sie auf Deinen bezahlten Traffic überträgst.
Jede Person, die den Checkout erreicht, hat bereits Akquisitionskosten verursacht. Geht sie an dieser Stelle verloren, zahlst Du für Interesse, aus dem kein Umsatz entsteht – und überlässt die Kundschaft im schlimmsten Fall dem Wettbewerb.
Zahlungsarten unterscheiden sich von Markt zu Markt
An diesem Punkt wird Lokalisierung sehr konkret.
In Deutschland entfielen 2024 laut der EHI-Studie „Online-Payment 2025“ 28,5 % des E-Commerce-Umsatzes auf PayPal und 25,8 % auf den Kauf auf Rechnung. Kredit- und internationale Debitkarten erreichten zusammen lediglich 12,3 %.
In Frankreich sieht das Zahlungsverhalten anders aus: 89 % der französischen Onlinekäufer:innen nutzten 2024 die Kartenzahlung. Deshalb sollte hier besser von Bank- oder Kartenzahlung gesprochen werden als pauschal von der Kreditkarte.
Ein deutscher Shop, der seinen Checkout unverändert nach Frankreich überträgt, schließt potenzielle Kund:innen nicht automatisch aus. Er erzeugt aber unnötige Reibung genau an der Stelle, an der der Kauf abgeschlossen werden soll.
Und diese Reibung ist in einem klassischen Marketing-Dashboard nicht immer sofort als Ursache erkennbar.
Lieferung und Retouren: die anderen Dealbreaker
Die Zahlungsart ist nur ein Teil des Kauferlebnisses.
Auch die Erwartungen an Lieferzeit, Versandkosten und Retouren richten sich nach dem lokalen Markt – nicht nach den Standards Deines Heimatmarktes.
Eine Lieferzeit, die in Deutschland akzeptiert wird, kann in einem Markt mit schnelleren etablierten Lieferstandards bereits ein Ausschlusskriterium sein. Entscheidend ist außerdem nicht nur die tatsächliche Geschwindigkeit, sondern auch die Transparenz: Kund:innen sollten frühzeitig erkennen können, wann ihre Bestellung ankommt und welche Kosten entstehen. Baymard empfiehlt deshalb, konkrete voraussichtliche Lieferdaten bereits im Checkout sichtbar zu machen.
Dasselbe gilt für Retouren. Sind Fristen, Kosten und Abläufe nicht klar und in der Sprache der Kundschaft erklärt, entsteht Unsicherheit.
Und Unsicherheit im Checkout wird häufig mit Abbrüchen bezahlt.
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